Vegane Mode: Kleidung, die Tiere respektiert

von | Fashion, Nachhaltigkeit

Vegane Kleidung kommt ohne tierische Produkte aus. Denn längst gibt es Alternativen für Wolle, Leder, Pelz und Co. Aber doppelt Vorsicht: Tierprodukte verstecken sich oft an kleinen Stellen. Und auch nicht-tierische Produkte werden zum Teil nicht nachhaltig hergestellt. Wir helfen dir, die richtige Wahl zu treffen. 

Frau mit Hund

Die Liste des Horrors ist lang, doch es gibt gute Alternativen

Nerze, die in winzigen Käfigen leben und vergast werden, bevor man sie häutet. Schafe, die bei der Schur gequält werden, Kühe, die im Massenställen dahinvegetieren. Enten und Gänse, die in China, Ungarn oder Polen bei lebendigem Leib gerupft werden. Und Seidenraupen, die lebendig gekocht werden, damit aus dem Faden ihrer Kokons Seide gesponnen werden kann.

Du kannst mit dieser Vorstellung nicht leben? Dann suchst du vielleicht nach veganer Mode. Die kommt ohne tierische Materialien aus – also ohne Leder, Wolle, Seide, Daunen oder Pelz. Und das ganz konsequent. So bestehen auch Knöpfe nicht aus Perlmutt oder Horn und Regenmäntel werden nicht mit Bienenwachs imprägniert. Und bei Jeans etwa reicht es schon, wenn das Firmenlogo auf Leder gedruckt ist, dass die Hosen das «Vegan»-Label nicht bekommen.

Aber woraus bestehen sie dann, die veganen Hosen, Jacken, Pullover und Blusen?

Natürlich sind alle pflanzlichen Produkte in Ordnung, also Baumwolle, Leinen, Bambus, Hanf oder Kork. Auch aus Buche, Algen oder Eukalyptus kann man Stoffe herstellen. Viskose als chemisch bearbeitete Zellulose geht aus veganer Sicht ebenfalls in Ordnung. Zudem gibt es immer mehr Ersatzstoffe.

  • Aus Pflanzen wird Leder: Die Internetseite «Veganliebe.de» listet 15 Alternativen für Leder auf. Darunter welches auf Pilz-, Kaktus- oder Apfelbasis, solches aus Mais oder Papier. Ananasleder etwa wird aus den Blättern gefertigt, die sonst weggeworfen werden.
  • Seide wird aus Soja nachgemacht: Soja-Seide besteht aus Sojabohnen-Proteinen und ist ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Tofu. Die Sojafasern sind glatt, glänzend, weich und atmungsaktiv; ungefärbt sind sie weiss – wie echte Seide.
  • Noch mehr vegane Ersatzstoffe: Und auch alle synthetischen Materialien wie Polyester, Nylon, Acryl, Lyocell, Modal, Polyurethan und Elasthan sind vegan. Aus ihnen kann man ebenfalls Kunstleder herstellen, aber auch synthetischen Pelz oder Alternativen für Daunenfedern wie Kapok, Primaloft oder Thinsulate.

Und wie erkennst du jetzt, aus welchen Inhaltsstoffe das gute Stück besteht, das es dir angetan hat?

Bei Kleidung ist es vergleichsweise einfach, da genügt ein bisschen Vorkenntnis und ein Blick ins Etikett, das die verwendeten Materialien aufführen muss. Schwieriger wird es bei Accessoires oder bei Taschen, deren Inhaltsstoffe müssen nicht genannt werden, auch wenn viele Firmen das doch tun. Und dann ist da das Thema Klebstoff, der etwa Schuhe, Jacken und Taschen zusammenhält. Dort wird es richtig kompliziert, weil Leim oft aus tierischen Produkten wie Knochenresten oder Tierhäuten gewonnen wird. Es gibt vegane Alternativen, aber woher soll man wissen, welcher Leim genutzt wurde?

Tipp: Da können zwei Labels helfen, die vegane Produkte kennzeichnen

Das Peta-Approved Vegan-Siegel. Das kennzeichnet ganzheitlich vegane Produkte und wird von der Tierschutz-Organisation Peta (People for the ethical treatment of animals) vergeben.

Auch die Vegane Gesellschaft, deren Gründer Donald Watson das Wort «vegan» erfand, vergibt ihr «vegan»-Label für Kleidung. Damit werden aber nur wenige Stücke gekennzeichnet.

Frau mit Hund

Ist vegan auch gleich nachhaltig? Tatsache ist: Secondhand lohnt sich auch da

Es liegt auf der Hand: Vieles ist vegan, aber alles andere als nachhaltig. Denn auch vegane Kleidung kann unter sehr unfairen Bedingungen für die Arbeiter*innen hergestellt worden sein. Und synthetische Stoffe sind oft nicht nachhaltig. Polyester etwa besteht aus Erdöl – das ist schlecht für die Umwelt und für deine Gesundheit, wenn du das Stück auf der Haut trägst.

Ähnlich ist es mit Kunstleder: Die Zeitschrift «Öko-Test» fand in daraus gefertigten Handtaschen Schadstoffe wie PAK, Schwermetalle und Weichmacher. Und im Vergleich zu einem Pullover aus Wolle ist die Lebensdauer eines Polyesterpullovers kurz. Manche Hersteller nutzen daher Recyclingpolyester. Wenn das künstliche Material in den Kreislauf zurückgeführt wird, richtet es am wenigsten Schaden an. Es wird wieder eingeschmolzen – so können neue Jacken, Pullover und auch Schuhe daraus entstehen.

Aus den gleichen Gründen ist es auch nachhaltig, Mode secondhand zu kaufen. Tatsache ist: Es lohnt sich, bei der Wahl deiner Kleidung genauer hinzusehen – und vegane und nachhaltigere Optionen, wie etwa Secondhand, zu wählen.

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