Keller leeren, Portemonnaie füllen und erst noch CO2 einsparen: Ein Erlebnisbericht.

von | Nachhaltigkeit

Wer hätte das gedacht? In meinem Keller liegen Tausende Franken rum – und, wie ich kürzlich erfahren habe, auch kiloweise CO₂. Einfach so. Wegen (und «in») den Dingen, die sich angesammelt haben. Zeit also, etwas daraus zu machen. Eine Anleitung zum Glück (denn in deinem Keller sieht es womöglich ähnlich aus).

Kinder und Lego

Die eigene Wohnung räumt man ja regelmässig auf. Mit dem Keller ists eine ganz andere Geschichte. Dort türmen sich chaotisch Gegenstände, von denen man sich eigentlich schon längst verabschiedet hat. Aber eben noch nicht ganz. Das wollte ich heute ändern.

Ein Sammelsurium an Erinnerungen, von denen man nichts mehr wissen will
Als ich meinen Keller betrat, gabs gleich mehrere Überraschungen. Zum einen wars gar nicht so chaotisch wie angenommen. Da war fast schon eine Ordnung in der Unordnung festzustellen. Zum anderen entdeckte ich Gegenstände, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie besitze. Hier eine Liste derjenigen Dinge, denen ich mich angenommen habe:

  • Ein Aquarellbild
  • Ein Perserteppich
  • Vier alte Schallplatten
  • Sneakers
  • Eine Bogenlampe
  • Zwei Bongos
  • Eine kitschige Figur

Ungeahnte Schätze
Ein kurzer Quercheck auf Ricardo lässt einem die Gegenstände gar nicht mehr so nutzlos erscheinen. Zum Beispiel das Aquarellbild: ein Waldgemälde eines unbekannten Künstlers. Oder ist der vielleicht gar nicht so unbekannt? Hier könnte sich schon mal der erste Schatz verbergen. Ähnliche Gemälde sind ab CHF 80.- eingestellt. Andere sind sündhaft teuer. So oder so: 38 kg CO₂ können laut Ricardo auch ohne Kunstausbildung eingespart werden. Irgendwie überraschend, aber noch einleuchtend: CO₂-Emissionen werden eingespart, denn diese stecken bei bereits produzierer Ware schon drin. Sie wurde schon produziert, verpackt und verschifft – und da steckt der grosse Unterschied zwischen Secondhand- und Neuware. Wiedermal was gelernt.

Dann der Perserteppich, wahrscheinlich das lukrativste Geschäft. Im Netz springen mir Angebote von mehreren Tausend Franken entgegen. Ist der wirklich handgeknüpft? Ganz sicher ist hier nur die CO₂-Einsparung von 65 kg.

Bei den Schallplatten sind Klassiker aus den 70ern dabei: Jethro Tull und Led Zeppelin. Dann eine Bob Marley-Scheibe. Ich kann mich gar nicht erinnern, die mal besessen zu haben. Dann liegt da noch eine alte Schlagerplatte. Die muss von den Eltern stammen. Reden wir nicht darüber. Alle Exemplare sind nicht sonderlich rar und werden pro Stück ab CHF 15.- angeboten. Auch der CO₂-Ausstoss lässt sich damit nicht gross senken. Pro Vinyl bloss um 1 kg.

Die gefunden Sneakers möchte ich eigentlich gar nicht verkaufen. Die gebe ich besser in die Kleidersammlung. Es muss ja nicht jeder wissen, von wem der Fussschweiss stammt. Ein fast identischer Stan Smith ist aber online ab CHF 16.- zu haben. Denselben Zahlenwert hat auch die CO₂-Einsparung.

Nun zur Bogenlampe im Retrostil. Übrigens sogar mit Marmorsockel. Der Schirm ist zwar leicht defekt, aber es könnte sich um ein Original aus den 70ern handeln. Womöglich ein Sammlerstück. Der Quercheck verspricht Gutes. Auf Ricardo sind ähnliche Leuchten für mehrere hundert Franken gelistet. Tun wir es denen gleich. Aufs Netz damit für CHF 400.-. Die Lampe ist zwar schwer, jedoch zeigt die mögliche CO₂-Reduktion sogar noch mehr Kilos an: Sage und schreibe 27.

Zu den Bongos: sie tönen nach Teenagerzeit. Auch der Wert davon ist Musik in meinen Ohren: Ähnliche Modelle sind zwischen CHF 50.- und 250.- angepriesen. Zudem werden damit 8 kg CO₂ gut gemacht.

Bleibt noch die kitschige Figur – ein Mini-Staubfänger. So was würde ich mir nie im Leben kaufen. Die Figur habe ich mal geschenkt bekommen. Und getrieben vom schlechten Gewissen kam sie dann in den Keller, statt direkt in den Müll. Aber heute wird aufgeräumt. Die Figur verschwindet im Abfall. Wahrscheinlich ist mit genau jetzt der grösste Schatz durch die Lappen gegangen.

Alles in allem (die kitschige Figur ausgenommen) liegen also 158 kg CO₂ in meinem Keller. Und mindestens 4500 Schweizer Franken. Und das Bieten ist noch gar nicht erst losgegangen. Eine Erkenntnis, die mich gerade aus den Socken haut.

Ungenutzt, aber nur von mir
Tatsache ist, dass andere Menschen Dinge nutzen können, die man selbst nicht mehr braucht. Indem wir Produkte weitergeben oder wiederverwenden, verringern wir die Menge an Neuware, die produziert werden muss. Das ist viel besser, als wenn Waren im Keller verstauben. Und wir können erst noch den CO₂-Ausstoss senken. Eine Win-win-Situation für uns alle.

Secondhand? Erste Wahl!

Warum? Weil wir eine Wirtschaft brauchen, die auch ohne Verschwendung funktioniert – und Secondhand trägt dazu bei: Es erhöht die Lebensdauer von Produkten und reduziert die Menge an Neuware, die produziert werden muss. Erfahre – und erlebe – mehr dazu am Secondhand Day, eine Initiative von myclimate, Circular Economy Switzerland, 20 Minuten und Ricardo.

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