Tourenski: Auf Touren kommen

von | Sport & Outdoor

Fernab von aller Lifthektik, einfach hoch mit den Ski, wo es dir gerade gefällt. Und dann mit feinem Schwung wieder hinab ins Tal. Skitouren erfreuen sich immer noch zunehmender Beliebtheit. Ein paar Tipps für Einsteiger*innen. 

Tourenski Berge Schnee

In Zeiten der Pandemie gibt es noch einen zusätzlichen Schub. Ich höre von immer mehr Skifahrer*innen, dass sie keine Lust auf das enge Anstehen am Lift haben. Also Abstand schaffen auf einer feinen Skitour. Das war schon ohne zusätzliche Schikane immer empfehlenswert. Allerdings ist es durchaus mit organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden, weil die Ausrüstung in einigen Punkten sehr speziell ist. Wir fangen heute mit Ski und Bindung an.

Tourenski Berge Schnee

Mal ganz von Anfang an

Tourenski sind auf den ersten Blick gar nicht so einfach von «normalen» Ski zu unterscheiden. Die meisten haben mittlerweile auch die sogenannte Rocker-Form, sie liegen also unter der Bindung stark auf dem Schnee auf und sind vorne und hinten mehr oder weniger leicht gebogen. Das macht sie bei weichen Verhältnissen gut drehbar in Kurven. Allerdings sind Tourenski deutlich weniger tailliert als Pistenmodelle, weil sie gerade beim Aufstieg eine gute Auflage und Balance ermöglichen müssen. Generell gilt gerade auch für Einsteiger*innen eine Breite von ca. 80 bis 90 Millimeter in der Mitte als ideal.

Jeder Schritt zählt

Entscheidend bei Tourenski ist weniger die Länge (ungefähr zwischen deiner Nase und Stirn), dafür geht es ganz heftig ums Gewicht. Immerhin gehst du mit den Ski zuerst einmal bergauf. Also jedes Gramm, das du an den Füssen hast, musst du bei jedem Schritt nach oben bewegen. Die Ski sollten nicht mehr als 2 Kilogramm wiegen. Deshalb schlicht so leicht wie möglich? So einfach ist es leider nicht, denn je weniger Gewicht, desto besser kommst du hoch – aber umso instabiler sind sie in der Abfahrt. Und daran sollten auch Einsteiger*innen denken, schliesslich gehört der Weg zurück hinunter mit zum Tourenspass.

Die Frage der Bindung

Sehr speziell sind die Tourenskibindungen, denn sie müssen gewährleisten, dass du Schrittbewegungen mit den Ski machen kannst – und bei der Abfahrt die Ferse fixierst. Sie können also nicht fest auf dem Ski montiert sein. Es gibt zwei Modelle, bei denen die Schuhspitze flexibel montiert ist, damit der Fuss angehoben werden kann. Bei Stegmodellen ist der Schuh fest in einem Rahmen montiert, damit kommst du in jeder Situation leichter in die Bindung – aber der Fuss ist deutlich weniger flexibel in der Schrittbewegung beim Aufstieg. Diese Stegmodelle haben auch etwas mehr Gewicht, allerdings auf der Abfahrt auch ein besseres Auslöseverhalten bei Stürzen.

Tourenski Berge Bindung

Leichter, aber auch heikler

Das zweite Bindungsprinzip ist das sogenannte Tech-Modell. Dabei ist der Schuh beim Aufstieg nur vorne fixiert, mit zwei Zapfen auf der linken und rechten Seite des Schuhs – das macht die Kippbewegung einfacher und erhöht den Gehkomfort beim Aufstieg, weil die Bindungen auch leichter sind. Aber bei diesen Bindungen ist es deutlich schwieriger, an steilen, rutschigen Stellen wieder in die Bindung zu kommen, wenn du mal raus bist (ich hab da schon selbst und bei Mitgehern verweifelte Minuten erlebt…). Zudem gelten Tech-Bindungen als weniger sicher beim Auslösemechanismus auf der Abfahrt.

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